Unsere Arbeit
Mehr als die Hälfte der weltweiten Methanemissionen werden vom Menschen verursacht und sind für einen Brutto-Temperaturanstieg von 0,5°C verantwortlich.
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Methan (CH4) ist ein kurzlebiger Klimaschadstoff (SLCP) und erwärmt den Planeten über einen Zeitraum von 20 Jahren mehr als 80-Mal so stark wie CO2. Obwohl es nur etwa 12 Jahre lang in der Atmosphäre vorhanden ist, ist dieses farb- und geruchlose Gas als Treibhausgas in dieser kurzen Zeitspanne äußerst wirksam bei der Erwärmung des Planeten.
Methan kommt in der Natur vor und ist der Hauptbestandteil von natürlichem fossilem Gas. Es ist auf dem Meeres- und im Permafrostboden sowie in Sümpfen und Mooren vorhanden. Es entsteht durch natürliche und anthropogene biologische Prozesse bei der Zersetzung oder Gärung von organischem Material in Abwesenheit von Sauerstoff und wird auch von Nutztieren produziert, vor allem durch die natürlichen Umsetzungsprozesse bei der Verdauung von Wiederkäuern (Aufstoßen bei der Verdauung von Nahrung) und aus Gülle.
Mehr als die Hälfte der weltweiten Methanemissionen werden vom Menschen verursacht, vor allem durch die Landwirtschaft (Tierhaltung, Landnutzung), den Abfallsektor (Deponien und Abwasser) und den Energiesektor (Gewinnung und Transport fossiler Brennstoffe), die bereits zu einem Brutto-Temperaturanstieg von 0,5°C beigetragen haben.1
Der in den letzten zehn Jahren beobachtete Anstieg des atmosphärischen Methans folgt dem Trend des vom IPCC analysierten wärmsten Szenarios, demzufolge die globale Erwärmung bis zum Jahr 2100 schätzungsweise 4,3°C erreichen wird.
Um dem entgegenzuwirken, wurde 2021 von den Vereinigten Staaten und der EU der „Global Methane Pledge“ ins Leben gerufen. Dieses, von mehr als 150 Ländern unterzeichnete Papier, ist die erste sektorübergreifende internationale Initiative zum Thema Methan und verfolgt ein unverbindliches globales Reduktionsziel von 30 Prozent bis 2030.
Unverzügliche Reduzierungen sind für die kurzfristigen Klimaziele von entscheidender Bedeutung und tragen dazu bei, das Überschreiten unumkehrbarer Kipppunkte zu verhindern. Wenn die Temperaturen steigen und natürliche Methanspeicher wie Moore, Sümpfe und Permafrostböden in Mitleidenschaft gezogen werden, wird mehr Methan freigesetzt, was zu einem weiteren Temperaturanstieg und mehr Methan in der Atmosphäre führt. Aus europäischer Sicht wird es, wenn die Methanemissionen nicht schnell reduziert werden, auch schwierig, das europäische Klimaziel einzuhalten, das eine europaweite Klimaneutralität bis 2050 vorsieht. Neben den negativen Auswirkungen auf das Klima ist Methan als Vorläuferstoff von bodennahem Ozon ein Luftschadstoff, der die menschliche Gesundheit, Ökosysteme und Nutzpflanzen schädigt. Erhöhte Methanemissionen können daher zu enormen Ernteverlusten, geringerem Pflanzenwachstum und geringerer Kohlenstoffbindung in den Wäldern führen.
Hauptquellen der Methanemissionen
Der Agrarsektor ist für rund 54 Prozent aller vom Menschen verursachten Methanemissionen in der EU verantwortlich. Es gibt bereits eine Reihe kosteneffizienter und sofort umsetzbarer Lösungen zur Verringerung der Emissionen. Dazu gehören die Umstellung auf eine gesündere und nachhaltigere Ernährung, die Verringerung und Verbesserung des Verbrauchs von Fleisch und Milchprodukten sowie technische Maßnahmen in der Tierhaltung.
Der Abfallsektor ist die zweitgrößte Quelle anthropogener Methanemissionen in der EU und trägt zu etwa 27 % aller derartigen Emissionen bei. Die wichtigsten Strategien zur Verringerung der Emissionen fester Abfälle sind die Reduzierung, die Abfalltrennung und die Behandlung von organischen Abfällen.
Etwa 20 Prozent der weltweiten Methanemissionen entstehen bei der Verarbeitung von Gas, bei der Förderung und Verarbeitung von Erdöl und Kohle sowie durch fossiles Gas, das in der petrochemischen Industrie zur Herstellung von Kunststoffen verwendet wird. Auf EU-Ebene, ohne die Emissionen im Zusammenhang mit den EU-Einfuhren von Öl, Gas und Kohle, sind es 17 Prozent. Eine neue Analyse der IEA zeigt jedoch, dass die Methanemissionen aus dem Energiesektor rund 70 Prozent höher sind als bisher angenommen.
Europas unsichtbare Krise
Ozonbelastung stellt in der EU weiterhin ein erhebliches Risiko für Gesundheit und Umwelt dar, da viele Menschen schädlichen Konzentrationen ausgesetzt sind. Weil Ozon als sekundärer Schadstoff aus verschiedenen Vorläuferstoffen – darunter auch Methan – entsteht, sind koordinierte und schadstoffübergreifende Maßnahmen entscheidend, um die Luftqualität nachhaltig zu verbessern.2
Die vollständige Studie mit allen Ergebnissen finden Sie hier.
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Die Luftqualität ist ein zentraler sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Faktor in der EU und weltweit. Die vorliegende Studie analysiert die Gesundheits- und Umweltauswirkungen der Ozonbelastung (O3) in der EU und ausgewählten Mitgliedstaaten auf Basis der aktuellsten verfügbaren Daten für 2022.
Ozon ist ein sekundärer Schadstoff, der durch komplexe photochemische Reaktionen aus Vorläufersubstanzen wie Stickoxiden (NOx), flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs), Kohlenmonoxid (CO) und insbesondere Methan (CH4) entsteht. Die Untersuchung beleuchtet zudem die Rolle von Methan – vor allem aus Landwirtschaft und Tierhaltung – bei der Ozonbildung und zeigt auf, inwiefern eine Minderung der CH4-Emissionen zur Senkung der Ozonkonzentrationen beitragen kann. Trotz bestehender EU-Regelwerke wie der Nationalen Emissionsreduktionsverpflichtungen-Richtlinie, der 2024 überarbeiteten Luftqualitätsrichtlinie sowie der neuen Methanverordnung werden die Ozon-Zielwerte vielerorts nicht eingehalten. Laut Europäischer Umweltagentur sind 94% der städtischen Bevölkerung in der EU gesundheitsschädlichen Ozonwerten ausgesetzt; die Einhaltung der WHO-Leitlinien könnte jährlich bis zu 70.000 vorzeitige Todesfälle verhindern.
Die Studie stützt sich auf Modellierungen des Chemical Transport Model (CTM) im Rahmen des EMEP-Programms sowie auf aktuelle Emissionsdaten der EU-27 und ausgewählter Mitgliedstaaten und unterstreicht die Notwendigkeit integrierter, schadstoffübergreifender Maßnahmen zur nachhaltigen Verbesserung der Luftqualität.